Flugverspätung? – Holt euch jetzt bis zu 600€

Den meisten von euch ist es sicherlich schon mal passiert. Ein Flug ist verspätet oder fällt komplett aus. Wütend und entnervt fragt man bei den Info- Schaltern nach möglichen Entschädigungen, wird aber meist abgewimmelt oder bekommt höchstens einen Essensgutschein. Doch in Wirklichkeit steht euch in bestimmten Fällen bis zu 600€ Entschädigung zu!

Mir persönlich ist es bereits zwei Mal passiert, dass ein Flug über 3h Verspätung hatte und ich bekam in beiden Fällen je 250€ ! Daher möchte ich euch in diesem Blog- Eintrag genau erläutern, wann und wie ihr zu eurer Entschädigung kommt 🙂


Welche Rechte habe ich als Flugpassagier?

Die Geschichte der Fluggastrechte ist noch ziemlich jung. Die aktuelle Fluggastrechte-Verordnung Nr. 261/2004 wurde am 11. Februar 2004 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat verabschiedet und trat am 17. Februar 2005 in Kraft. Darin wird geregelt, welche Ausgleichs- und Versorgungsleistungen Passagieren bei großen Verspätungen, bei Nichtbeförderungen, Überbuchungen und Annullierungen von Flügen zustehen.

Es ist unerheblich, ob es sich um Linien-, Charter- oder Billigflüge handelt. Die Fluggastrechte-Verordnung gilt für Passagiere von allen Flügen, die in der EU gestartet sind sowie von Flügen, die in die EU fliegen und von einer Airline durchgeführt wird, die ihren Sitz in der EU hat.


Was steht mir bei einer Flugverspätung zu?

Passagiere haben Anspruch auf Entschädigung, eine sogenannte Ausgleichszahlung, wenn ein Flug mehr als drei Stunden später am Endziel ankommt. Die Höhe hängt dabei von der jeweils gebuchten Strecke ab und beträgt zwischen 250 Euro und 600 Euro.

  • Bei Flügen bis zu 1.500 km: 250 Euro
  • Bei Flügen innerhalb der EU ab 1.500 km: 400 Euro
  • Bei Flügen von 1.500 km bis 3.500 km (nicht innerhalb der EU): 400 Euro
  • Bei Flügen über 3500 km (nicht innerhalb der EU): 600 Euro

Eine Ausgleichszahlung entfällt, wenn die Fluglinie nachweisen kann, dass die Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist. Außergewöhnliche Umstände sind unter anderem schlechte Wetterbedingungen und Sicherheitsmängel.

Die rechtliche Grundlage ist Art. 5 Abs. 1c) und Abs. 3 in Verbindung mit Artikel 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 in der Auslegung des EuGH.


Ab wann gibt es eine Entschädigung?

Der Flug muss über 3 Stunden verspätet sein. Die Verspätungsdauer am Zielort wird zum Zeitpunkt des Türenöffnens berechnet, nicht beim Aufsetzen des Flugzeugs auf der Landebahn. Dies entschied der EuGH am 4. September 2014.


Ist ein technischer Defekt ein außer-gewöhnlicher Umstand?

Technische Defekte stellen in der Regel keine außergewöhnlichen Umstände dar. Die Fluglinie ist nicht berechtigt, eine allfällige Ausgleichszahlung zu verweigern.

Die rechtliche Grundlage ist Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004.


Was ist ein außergewöhnlicher Umstand?

Außergewöhnliche Umstände können zum Beispiel politische Instabilität, schlechte Wetterbedingungen und unerwartete Flugsicherheitsmängel sein. Das Vorliegen eines solchen Umstandes ist im Einzelfall zu prüfen.

Die rechtliche Grundlage ist Erwägungsgrund 14 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004.


Wie komme ich zu meiner Entschädigung?

Es steht euch natürlich frei, selbst die Airline zu kontaktieren oder einen eigenen Anwalt einzuschalten, jedoch gibt es hierfür eigene Help Agencies / Organisationen, welche das für euch übernehmen. Außerdem haben diese mehr Einfluss als eine einzelne Privatperson und somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Airline auch wirklich zahlt, um ein vielfaches höher!

Ich persönlich habe mich bis jetzt immer an die „Agentur für Passagier- und Fahrrechte (apf)“ gewandt: https://www.apf.gv.at/de/

2 weitere gute Websites sind:

https://www.flightright.at/

https://www.fairplane.at/